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Vereinsgeschichte
Aus der Chronik
Ganz so einfach, wie wir uns das vielleicht heute vorstellen, war es damals nicht, einen Turnverein zu gründen. Wenn wir heute von den alten Turneridealen sprechen, dann hat das schon etwas Antiquiertes, Verstaubtes an sich. Vor fast 100 Jahren waren diese Ideen noch fast revolutionär.
Von den ehemaligen Machthabern wurde die Sportbewegung mit Misstrauen beobachtet. "Frisch, fromm, fröhlich, frei" -
Am 16. Februar 1913 gründeten im Gasthaus Friedrich Hollwedel 20 sportbegeisterte junge Männer den "Turnverein Barrien". Einige von ihnen kamen von auswärts. Sie wohnten aber in Barrien, weil sie auf den Höfen als Knechte und in den Geschäften Seevers und Thielbar "Ladenschwengel", also als Kaufmannsgehilfen, oder in den Handwerksbetrieben, Schmiede Wührmann, Tischlerei Thulke oder Kastens oder Stellmacher Dickhut als Gesellen und Lehrjungen arbeiteten.
Die Namen der Gründer sind aus dem Hauptbuch, das 1914 angelegt wurde, bekannt. Es waren D. Finke, J. Huntemann, F. Hollwedel, H. Mormann, H. Schütte, A. Sieling, H. Tielemann, R. Straßburger, A. Löhmann, F. Behr, F. Eckhardt, J. Meyer, A. Traemann, H. Rehenbrock, W. Sprick, W. Schmull, H. Oestmann, H. Kastendiek, J. Brockhoff und H. Schild.
Erster Vorsitzender wurde Dietrich Finke. Er arbeitete als Tischlergeselle beim Maschinenbauer Hermann Schröder in der Barrier Heide.
Der junge Verein gab sich auch eine Satzung, deren erster Paragraph auch gleich darstellte, zu welchem Zweck er gegründet worden war:
"Zweck des am 16. Februar 1913 unter dem Namen "Turnverein Barrien" gegründeten Vereins ist, Gelegenheit und Anleitung zu geregelten Turnübungen zu geben als eines Mittels zur körperlichen und sittlichen Kräftigung, sowie der Pflege deutschen Volksbewusstseins und vaterländischer Gesinnung. Alle politischen und Parteibetreibungen sind ausgeschlossen. Der Verein ist Mitglied der Deutschen Turnerschaft und hat seinen Sitz in Barrien."
Damit ist also klar, dass die Turnsparte unseres Vereins die älteste Sparte ist, wenngleich sie im Verlaufe der Jahre so manche Ableger bekommen hat und manche Änderung erfahren musste.
Aber auch Leichtathletik wurde in Barrien schon betrieben. Leider wurde aber der damals junge Verein schon bald gezwungen seinen Betrieb einzustellen. Jetzt konnten die Mitglieder beweisen, ob sie den Sport zur körperlichen Kräftigung und zur Pflege des Volksbewusstseins und der vaterländischen Gesinnung genutzt hatten. Und das mussten sie, schlimm, schlimm, ausgerechnet in einem Krieg beweisen, wo doch der Sport immer als völkerverbindend gepriesen wird. Aber wer hat damals die jungen Sportler schon gefragt?
Zehn von ihnen kehrten aus diesem Krieg nicht zurück, darunter auch der Vorsitzende.Schon 1914, als der Verein auf 33 Mitglieder gewachsen war, musste ein neuer Vorsitzender gewählt werden. Das war Johann Hüneke.